Schwarmverhinderung

Finde ich bei meiner wöchentlichen Kontrolle in der Schwarmzeit bestiftete oder schon ausgebaute Weiselzellen, dann ist der Schwarmtrieb voll ausgebrochen, das Volk will schwärmen. Jetzt muss ich Swarmverhinderungsmaßnahemen ergreifen, mit dem Erweitern ist das Volk nicht mehr zu bändigen. Es gibt viele Möglichkeiten, vom Schröpfen und Ableger bilden, über Zwischenableger bis hin zum gezielten Schwärmen lassen und Schwarm einfangen. Am einfachsten ist es, das Volk zu schröpfen und einen Ableger zu bilden. Dazu entnehme ich zwei bis drei Brutwaben mit frischer Brut (Eier) ohne die Königin und hänge sie in eine neue Beute. Neben die Waben kommen noch je eine Futterwabe und mein Ableger wird an einen neuen Standort aufgestellt. Beim Muttervolk müssen alle Weiselzellen gesucht und ausgebrochen werden und der freie Raum wird mit Mittelwänden aufgefüllt.

Das alles lernt man ausführlich im Grundkurs beim Landesverband Hessischer Imker. Ist eine wunderbare Sache, wird super toll erklärt, ist auch logisch, vollkommen nachvollziehbar und es mag sehr viele Imker geben, die damit wunderbar zurecht kommen. Ich habe die Bildung eines Zwischenablegers praktiziert, ebenso die Ablegerbildung und auch mehr unfreiwillig die Schwarmimkerei. Ich war aber leider nicht sonderlich erfolgreich damit. Die Schwarmstimmung hielt meist noch an, ich musste wochenlang 20 Waben ziehen und Weiselzellen suchen. Bei 70 % meiner Ableger hatte ich entweder Königinnenverlust oder extrem stechfreudige Völker, die ich gleich wieder auflösen musste.

Nach drei Jahren der Lehrbuchimkerei machte sich immer mehr Frust breit und mir war klar, wenn die Imkerei und ich auch weiterhin Freunde sein wollen, dann muss ich für mich in Bad Camberg mit allen örtlichen Gegebenheiten meine eigene Betriebsweise entwickeln. Ich habe mich für das Imkern mit einem Brutraum, mit Reißzwecken markierten Brutwaben und einer gezielten Königinnenzucht mit Belegstellenbegattung entschieden. Ich mache keine Ableger, nach der Honigernte tausche ich lediglich die alten Königinnen gegen junge aus. So habe so immer junge, starke und gesunde Völker, friedfertig und mit super Wabensitz.

Im Frühjahr wird die gesamte Brut in einen einzigen Brutraum gehängt, zwei Speckwaben an den Rand und einen Baurahmen auf Position zwei. Alle Waben werden deutlich sichtbar oben auf dem Wabenträger mit einer farbigen Reißzwecke markiert und dann werden wöchentlich ein bis zwei Brutwaben mit verdeckelter Brut in den Honigraum gehängt und zwei leere, ebenfalls markierte Waben kommen an ihre Stelle in den Brutraum. Durch das Umhängen der gezeichneten Brutwaben schaffe ich immer Platz im Brutraum und in der Schwarmzeit kann es  vorkommen, dass ich drei bis vier markierte Brutwaben im Honigraum hängen habe. So habe ich den Schwarmtrieb aber zeitsparend und sicher im Griff. Lässt der Schwarmtrieb dann wieder nach, entferne ich nach und nach die überschüssigen Brutwaben im Honigraum und ersetze sie durch frische Mittelwände und lasse Honigwaben ausbauen.

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