Die Königin

Die Königin oder Weisel ist das größte Tier im Volk. Sie ist 50 % größer als eine normale Arbeiterin und das einzig voll ausgeprägte Weibchen, das Eier legt. Sie wird 5 bis 6 Jahre alt und ist keine Regentin, lediglich durch Pheromone, ihren Königinnenduftstoff, hält sie das Volk zusammen. Sie sammelt keinen Nektar oder Pollen und sie betreibt auch keine Brutpflege, ihre einzige Aufgabe ist die Eiablage. Sie ist in der Lage pro Tag 1.000 bis 2.000 Eier zu legen.

Ihr Leben lang wird die Königin mit Gelee Royal gefüttert, im Larvenstadium 10mal häufiger als normale Arbeiterinnenlarven. Ihre Wabe, das Weiselnäpfchen, ist um einiges größer als normale Wabenzellen und hängt nach unten. Ob aus einer Larve eine kleine Arbeiterin oder eine große Königin wird, wird ausschließlich durch die Futtergabe im Larvenstadium bestimmt. Das Gelee Royal setzt biochemische Vorgänge in Gang, die eine große Königin entstehen lassen. Die Festlegung der Zugehörigkeit zu einer der beiden Bienenkasten erfolgt also ausschließlich über die Nahrung. Dies hat den Vorteil, dass bei Verlust einer Königin jederzeit eine neue nachgezogen werden kann. Einzige Voraussetzung, es muss frische, maximal drei Tage alte Brut im Nest vorhanden sein. Ist dies der Fall, dann können die Bienen durch Fütterung der jungen Larve mit Gelee Royal, das sie in ihren Kopfdrüsen produzieren, aus jeder befruchteten Eizelle eine Königin nachziehen. Die ersten drei bis vier Tage erhalten alle Larven Gelee Royal, bei den Arbeiterinnen wird aber ab dem dritten Tag Pollen und Honig gefüttert. Um die Larve, aus der eine neue Königin werden soll, wird eine Nachschaffungszelle gebaut. Diese Nachschaffungszellen befinden sich mitten im Brutnest, da sie ursprünglich Arbeiterinnenzellen waren. Königinnen schlüpfen 16 Tage nach der Eiablage. 3 Tage dauert das Eistadium, 5 Tage ist sie als Rundmade in der Weiselzelle und 8 Tage als Streckmade bzw. als Puppe in der verdeckelten Weiselzelle. Die Entwicklungszeit der Königin ist fünf Tage kürzer als die der Arbeiterinnen.

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